Hinweis: Die Informationen in diesem FAQ-Artikel sind nicht als professionelle Rechts- oder Steuerberatung gedacht (und nicht als solche auszulegen). Keine Informationen in diesem Artikel stellen eine Mandatsbeziehung zwischen Wish Legal und Händlern her. Bei Rechts- oder Steuerfragen sollten Händler unabhängigen Rat einholen.
Am 21. April 2022 führte die britische Zollbehörde (United Kingdom HM Revenue and Customs, UK HMRC) die Steuer auf Kunststoffverpackungen (Plastic Packaging Tax, UK PPT, „Plastiksteuer") ein. Diese Umweltsteuer soll als finanzieller Anreiz dienen, Verfahren in der Kunststoffherstellung zu ändern.
In diesem Artikel (klicken Sie ein Thema an, um zum entsprechenden Abschnitt weitergeleitet zu werden):
1. Wie halte ich die Bestimmungen zur britischen Plastiksteuer ein?
2. Wie registriere ich mich für die Plastiksteuer?
3. Welche Kunststoffverpackungen sind beispielsweise von der Plastiksteuer erfasst?
4. Welche Kunststoffverpackungen sind nicht von der Plastiksteuer erfasst?
5. Woher weiß ich, ob ich als Hersteller der entsprechenden Kunststoffverpackung gelte?
7. Wie hoch ist die Plastiksteuer?
8. Was ist, wenn ich Artikel aus dem Ausland direkt an Kunden im Vereinigten Königreich sende?
9. Muss Wish die Plastiksteuer abführen?
10. Was muss ich tun, wenn ich mich für die Plastiksteuer registriert habe?
11. Was passiert, wenn ich mich nicht registriere und keine Plastiksteuer abführe?
12. Wo kann ich mehr zur Plastiksteuer erfahren?
1. Wie halte ich die Bestimmungen zur Plastiksteuer ein?
Um die Steuerbestimmungen zu beachten, müssen Händler zunächst feststellen, ob sie sich für die britische Steuer auf Kunststoffverpackungen registrieren müssen, also ob für sie eines der folgenden Kriterien gilt (Tonnage-Kriterien):
- Herstellung oder Import von mindestens 10 Tonnen Fertigteilen für Kunststoffverpackungen im Vereinigten Königreich/in das Vereinigte Königreich seit dem 1. April 2022 in einem beliebigen kumulativen 12-Monats-Zeitraum
- Absicht, in einem beliebigen Zeitraum von 30 Tagen mindestens 10 Tonnen Fertigteile für Kunststoffverpackungen im Vereinigten Königreich herzustellen bzw. in das Vereinigte Königreich zu importieren
Wenn 30 % oder mehr recycelte Kunststoffe verwendet werden, wird keine Steuer fällig, aber Händler können dennoch verpflichtet sein, sich zu registrieren und relevante Informationen zu melden, wenn die Tonnage-Kriterien erfüllt sind. Verpackungsbestandteile aus Kunststoff (unabhängig davon, ob sie mit dem Produkt gefüllt sind), die zu weniger als 30 % aus recyceltem Kunststoff bestehen, unterliegen der Steuer.
Die britische Plastiksteuer definiert „Kunststoff" als Polymermaterial mit zusätzlichen Stoffen oder Additiven. Dies gilt für chemisch modifizierte Stoffe auf Zellstoffbasis wie Acetylcellulose und andere, als biologisch abbaubar gekennzeichnete Kunststoffe. Bei der Beurteilung, ob das Material aus mindestens 30 % recyceltem Kunststoff besteht, ist nur der Kunststoffannteil relevant. Man vergleicht beispielsweise nur recycelten Kunststoff mit nicht recyceltem Kunststoff (Neukunststoff). Andere Inhaltsstoffe sind nicht relevant. Ein Kunststoffverpackungsteil, das aus mehreren Stoffen hergestellt wird, gilt als versteuerbar, wenn der Kunststoffanteil in der Verpackung das gewichtsmäßig schwerste Material ist.
Lesen Sie weitere Informationen von der britischen Zollbehörde HMRC.
Hinweis: Händler müssen Unterlagen zum Gewicht des Materials und der zur Herstellung der Verpackung verwendeten Stoffe aufbewahren, um sie der britischen Zollbehörde vorlegen zu können. Richtlinien erhalten Sie von der britischen Zollbehörde HMRC.
2. Wie registriere ich mich für die Plastiksteuer?
Betroffene Händler müssen sich über das HMRC-Portal für die britische Plastiksteuer registrieren. Nach ihrer Registrierung müssen die Händler regelmäßig lokale Erklärungen im Vereinigten Königreich einreichen (siehe Frage 10).
3. Welche Kunststoffverpackungen sind beispielsweise von der Plastiksteuer erfasst?
A. Kunststoffverpackungen für Produkte, die Sie herstellen oder importieren
Kunststoffverpackungen für Produkte werden für die britische Plastiksteuer nach ihren Inhaltsstoffen aufgeteilt. So bestehen die Verpackungsteile einer Wasserflasche beispielsweise aus der Flasche, dem Verschluss und dem Etikett.
Weitere Beispiele sind:
- Schutztaschen
- Versandtaschen
- Kleiderbügel
- Blisterfolie
- Stopfbuchsmuttern
B. Kunststoffverpackungen, die als Verpackungsprodukte für Verbraucher hergestellt oder importtiert werden
Dazu gehören Artikel, die bei der Herstellung oder Einfuhr nicht als Verpackung eingesetzt werden, sondern später vom Verbraucher als Verpackung verwendet werden sollen:
- Kleiderbügel aus Kunststoff
- Versandtaschen
- Blisterfolie
- Paletten-Strretchfolie
C. Hergestellte oder importierte Einweg-Kunststoffprodukte, die als Behälter konzipiert sind
Beispiele:
- Frischhaltefolie (d. h. Plastikfolie)
- Butterbrotbeutel
- Schwarze Müllsäcke
- Plastiktragetaschen (z. B. für Lebensmittel)
- Windelbeutel (für Einwegwindeln)
- Plastikbecher
- Becher an Getränkeautomaten
4. Welche Kunststoffverpackungen sind nicht von der Plastiksteuer erfasst?
Einige Kunststoffverpackungen sind nicht von der britischen Plastiksteuer erfasst. Ein Teil dieser nicht erfassten Kunststoffverpackungen kann aber bei der Berechnung des 10-Tonnen-Schwellwerts für die Registrierung im Rahmen der britischen Plastiksteuer berücksichtigt werden. In diesem Fall müsste sich ein Händler für die britische Plastiksteuer registrieren, aber keine Steuer auf die nicht erfassten Kunststoffverpackungen zahlen. Weitere Einzelheiten finden Sie unten.
A. Nicht versteuerbare Kunststoffverpackungen, die zur 10-Tonnen-Schwelle für die Registrierung im Rahmen der britischen Plastiksteuer zählen
Beispiele:
- Kunststoff mit einem Kunststoffanteil von mehr als 30 %
- Produkte mit primärer Aufbewahrungsfunktion
- Verpackung für Medizinprodukte für Menschen
- Produkte, die einen integralen Bestandteil der Waren darstellen
- Verpackungen, die zur Präsentation der Waren erneut verwendet werden sollen und die dauerhaft verwendet werden und für einen Nicht-Verpackungszweck konzipiert sind
- Produkte, die dauerhaft für einen Nicht-Verpackungszweck vorgesehen sind
- Transportverpackungen
B. Nicht versteuerbare Kunststoffverpackungen, die NICHT zur 10-Tonnen-Schwelle für die Registrierung im Rahmen der britischen Plastiksteuer zählen
Beispiele:
- Dritt- oder Transportverpackungen
- Kunststoffverpackungen, die für Waren auf Schiffen, in Flugzeugen oder Zügen im internationalen Transport verwendet werden
Unten finden Sie Beispiele für Kunststoffverpackungen, die nicht im Rahmen der britischen Plastiksteuer versteuert und nicht registriert werden müssen:
A. Ein außerhalb des Vereinigten Königreichs ansässiger Händler führt 11 Tonnen Kunststoffverpackung pro Jahr in das Vereinigte Königreich ein. Fünf Tonnen davon enthalten mehr als 30 % recycelten Kunststoff, die restlichen sechs Tonnen sind versteuerbare Verpackungen. Zur Einhaltung der Bestimmungen der Plastiksteuer wären die folgenden Schritte erforderlich:
- Der Händler muss sich für die britische Plastiksteuer registrieren (da die gesamten 11 Tonnen für den Schwellenwert mitzählen).
- Nach der Registrierung muss der Händler alle drei Monate eine Erklärung einreichen. Diese Erklärung muss die Mengen der versteuerbaren und nicht versteuerbaren Kunststoffverpackungen enthalten.
- Die britische Plastiksteuer müsste nur für die sechs Tonnen versteuerbarer Verpackung gezahlt werden (vorbehaltlich Exportfreimengen usw.)
B. Ein Händler, der 9,5 Tonnen versteuerbarer Kunststoffverpackung importiert oder herstellt (beispielsweise Kunststoffverpackung mit nicht recycelten Inhaltsstoffen), muss sich NICHT für die britische Plastiksteuer registrieren, keine Erklärungen für die britische Plastiksteuer einreichen und keine britische Plastiksteuer abführen, da die Schwelle nicht erreicht ist.
5. Woher weiß ich, ob ich als Hersteller der entsprechenden Kunststoffverpackung gelte?
Gemäß dem britischen Finanzgesetz (Finance Act 2021, Part 2) werden Personen, die die Bestandteile der Kunststoffverpackung abschließend verarbeiten, als Hersteller behandelt und müssen sich möglicherweise für die britische Plastiksteuer registrieren.
6. Muss ich die UK PPT-Steuer auch dann zahlen, wenn ich kein im Vereinigten Königreich ansässiges Unternehmen oder eine Niederlassung dort habe?
Nicht im Vereinigten Königreich ansässige Händler bzw. Händler ohne Betrieb im Vereinigten Königreich, die die oben Tonnage-Kriterien erfüllen, unterliegen den Bestimmungen zur britischen Plastiksteuer. So muss beispielsweise ein nicht im Vereinigten Königreich ansässiges Unternehmen, das eingetragener Importeur versteuerbarer Verpackungsbestandteile ins Vereinigte Königreich ist, die britische Plastiksteuer zahlen (sofern oben aufgeführte Tonnage-Kriterien erfüllt sind).
7. Wie hoch ist die Plastiksteuer?
Die Plastiksteuer beträgt 200 GBP pro Tonne Kunststoffverpackung.
8. Was ist, wenn ich Artikel aus dem Ausland direkt an Kunden im Vereinigten Königreich sende?
Händler, die Pakete direkt an Kunden im Vereinigten Königreich senden, können als Importeur der Waren behandelt werden. Die Händler müssen daher Aufzeichnungen über die Bestandteile ihrer Produktverpackungen führen und regelmäßig prüfen, ob die in einem bestimmten Zeitraum insgesamt in das Vereinigte Königreich gelieferten Verpackungen den Schwellenwert von 10 Tonnen übersteigen. Die britische Zollbehörde bezeichnet als Importeur den in den Einfuhrdokumenten angegebenen Empfänger, sofern der Empfänger nicht nachweisen kann, dass er im Auftrag einer anderen Person handelt.
9. Muss Wish die Plastiksteuer abführen?
Wish ist nicht für die Zahlung der britischen Plastiksteuer zuständig. Die Händler müssen angemessene Sorgfalt walten lassen und alle geltenden Bestimmungen im Rahmen der britischen Plastiksteuer beachten. Wish kann von Händlern Daten zur britischen Plastiksteuer anfordern und diese für eigene Zwecke verarbeiten.
10. Was muss ich tun, wenn ich mich für die Plastiksteuer registriert habe?
Nach der Registrierung müssen Händler regelmäßig Unterlagen im Vereinigten Königreich einreichen. Händler sollten einen örtlichen Steuer- oder Rechtsberater oder -fachmann kontaktieren und sich bei diesem weitergehend über die britische Plastiksteuer informieren. Wish behält sich das Recht vor, Daten von Händlern zur britischen Plastiksteuer anzufordern und diese für eigene Zwecke zu verarbeiten.
11. Was passiert, wenn ich mich nicht registriere und keine Plastiksteuer abführe?
Im Falle von nicht konformen oder nicht registrierten Händlern kann die HMRC Wish kontaktieren, um die entsprechenden Produktangebote der Händler zu sperren, bis die Verpflichtungen zur PPT-Registrierung, Berichterstattung und/oder Zahlung erfüllt sind. Die Zollbehörde kann Wish auch eine Anzeige der Nichtbeachtung zusenden, wodurch Wish sekundär für den nicht gezahlten Steuerbetrag haftbar wäre. Wenn ein Händler nicht die erforderliche Registrierung vorgenommen und nicht die Steuer an die britische Zollbehörde abgeführt hat, kann Wish das Konto einfrieren, die fällige Steuer zahlen und diesen Betrag vom Händler zurückfordern. Sobald Wish von der britischen Zollbehörde die Bestätigung über die Zahlung der Steuer erhalten hat und der Händler Wish seine Registrierungsnummer für die britische Plastiksteuer vorgelegt hat, kann Wish das Konto des Händlers wieder aktivieren.
Wish behält sich auch das Recht vor, gemäß der Wish Händler-Richtlinien und/oder Wish-Händler-Steuerrichtlinie weitere Maßnahmen vorzunehmen, verfügbare Rechtsmittel zu ergreifen und durchzusetzen.
Die britische Zollbehörde kann gegen Händler, die die Bestimmungen nicht beachten, sowohl zivil- als auch strafrechtliche Maßnahmen ergreifen. Zur Nichteinhaltung von Bestimmungen zählen das Versäumnis, sich zu registrieren, regelmäßige Erklärungen einzureichen und fällige Steuern zu zahlen. Gegen Händler, die die Bestimmungen nicht beachten, können zudem unmittelbar von der britischen Zollbehörde Geldbußen verhängt werden, die in der Regel nach einem Prozentsatz der nicht gezahlten Plastiksteuer berechnet werden. Alle britischen Strafen für die Nichtbeachtung von Steuerpflichten wie die verlangte Mitteilung der Plastiksteuerpflicht, verspätete oder versäumte Erklärungen, verspätete Zahlung der Steuer und falsche / nicht korrekte Erklärungen finden auf die britische Plastiksteuer Anwendung.
Es gibt zudem bestimmte feste und täglich anfallende Strafen (anfangs 500 GBP plus 40 GBP pro Tag) für die Nichtbeachtung einer bestimmten Liste britischer Plastiksteuerpflichten. Dazu gehören unter anderem das Aufbewahren von Unterlagen und die Ernennung von Vertretern.
Und schließlich gibt es potenzielle strafrechtliche Straftaten speziell in Bezug auf die britische Plastiksteuer (wie wissentlich falsche Erklärungen zur britischen Plastiksteuer) und einige allgemeine Steuervergehen.
12. Wo kann ich mehr zur Plastiksteuer erfahren?
Wish-Händler sollten in gutem Glauben mit angemessener Sorgfalt selbständig ihren aktuellen Status in Bezug auf die britische Plastiksteuer überprüfen. Folgende Ressourcen liefern weitere Informationen zur Steuer auf Kunststoffverpackungen:
- Britische Gesetze: “Finance Act 2021 (Finanzgesetz)”
- HMRC (britische Zollbehörde): “Prüfen, welche Verpackung nicht der britischen Plastiksteuer unterliegt”
- HMRC (britische Zollbehörde): “Plastic Packaging Tax (Steuer auf Kunststoffverpackungen)”
- HMRC (britische Zollbehörde): “Definitionen von Fertigteilen und erhebliche Änderungen im Rahmen der Steuer auf Kunststoffverpackungen”
- HMRC (britische Zollbehörde): “Anzeigen zur sekundären Haftung und Veranlagung und gesamtschuldnerische Haftungsanzeigen im Rahmen der Steuer auf Kunststoffverpackungen”
Bitte senden Sie Fragenf zum Umgang von Wish mit der britischen Plastiksteuer per E-Mail an: tax-team@wish.com.
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